Seriosität und Vertrauen – so erkennen Sie einen guten Finanzberater

Nicht erst seit dem Ausbruch der Finanzkrise haben Finanzberater einen schlechten Ruf und teilweise ist er gerechtfertigt. Schätzungsweise 50 Milliarden Euro verlieren Verbraucher jedes Jahr bei der privaten Vorsorge fürs Alter sowie bei anderen Finanzanlagen infolge von mangelhafter Beratung und unbrauchbaren Informationen. Woran aber kann man gute und kompetente Berater erkennen?

Prüfen, erläutern und fordern

Grundsätzlich sollten Verbraucher den Status ihres Beraters prüfen. Ist er für eine oder mehrere Versicherungen tätig, ist er Makler oder berät er gegen Honorar? Als Faustregel kann man sich merken, dass wenn der Berater nur auf ein geringes Angebot zurückgreifen kann, weil er nur für eine oder wenige Versicherungen tätig ist, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach eher bei den eigenen Produkten bleiben, um Geld zu verdienen. Es ist zweifelhaft, ob das immer gut ist. Bei einer Beratung sollten Verbraucher daher immer daran denken, dass der Finanzberater immer etwas verkaufen möchte. Lediglich bei Honorarberatern, die zeitabhängig für ihre Leistung vom Kunden bezahlt werden, kann man eine echte Beratung ohne Verkaufsdruck erwarten.

Verbraucher sollten dem Berater ihre persönliche Situation erläutern. Um transparente Lösungen zu entwickeln, sollte der Finanzberater die Ziele des Verbrauchers, dessen Risikoeinstellung, die bisherigen Geldanlagen sowie dessen Erfahrungen und Anlagehorizont kompetent erfragen und dokumentieren. Wenn er das nicht tut, sollte die Beratung abgebrochen werden.

Gute Berater geben Kunden ausreichend Informationen und Zeit, damit diese sich für oder gegen ein Produkt entscheiden können. Verbraucher sollten auch entsprechende Informationen wie Anlageprospekte, Anlegerinformationen oder Beispielrechnung fordern, gerade wenn es um eine Rundumversorgung gehen soll.

Sich Zeit lassen und selbst recherchieren

Ganz wichtig ist, dass Verbraucher nicht sofort unterschreiben. Auch eine noch so gute Anlage ist auch am nächsten Tag noch erhältlich. Ist ein Finanzberater kompetent, wird er seinen Kunden genügend Zeit einräumen und darauf warten, dass sich der Kunde bei ihm meldet und nicht umgekehrt. Der Druck auf Berater, ein Gespräch zum Abschluss zu bringen, ist immens hoch. Viele sind daher versucht, den Druck auf die Kunden weiterzugeben. Was einige Berater als persönliche Betreuung verstehen, wird von Kunden sehr schnell als ein massives unter Druck setzen empfunden.

Besonders achtsam sollten Verbraucher bei allen Dingen sein, die sie nicht verstehen. Es ist keine Schande, nicht jedes Geldanlageprodukt zu begreifen. Zahlreiche Produkte sind so komplex gestaltet, dass Gebühren und Kosten geschickt verschleiert werden. Am besten recherchiert man auf eigene Faust weiter, wenn das Produkt interessant klingt. Seiten wie die von Stiftung Warentest oder http://www.swisslife-select-erfahrung.de/ , aber auch (kritische) Forenbeiträge sind wertvolle Informationsquellen, vor allem wenn es um eine Rundumversorgung geht.

Verbraucher sollten ihren Berater genau beobachten. Persönliche Betreuung und transparente Lösungen sind zwar sehr wichtig, aber sobald der Berater vorschlägt, alles noch einmal auf den Prüfstand zu stellen, oder behauptet, dass eine Versicherung nicht mehr auf dem neuesten Stand sei, sollten Verbraucher alarmiert sein. In so einem Fall winken dem Berater bei einem erfolgreichen Abschluss wohl neue Provisionen.

Auf das Bauchgefühl achten

Man kann sich noch so gut informieren, Erfahrungen austauschen und die oben genannten Dinge abklopfen, am Ende aber spielt das Zwischenmenschliche eine entscheidende Rolle. Wer schon zu Beginn der Beratung ein komisches Gefühl hat, sollte auf sein Bauchgefühl achten und die Beratung abbrechen.

Bild: Kzenon – Fotolia

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