Exportgut Wissen: die deutsche Forschung auf dem Vormarsch

Eine Studie der internationalen Managementberatung Bain & Company benennt acht globale Wachstumsmärkte mit einem Umsatzpotenzial von jeweils über einer Billion US-Dollar und beziffert das Gesamtvolumen dieser neuen Märkte bis zum Jahr 2020 auf gigantische 27 Billionen Dollar. Der Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland hat nach einem auf der Bain-Studie basierenden Bericht des „Manager Magazins“ allerbeste Chancen von diesen neuen Trend-Märkten zu profitieren.

Der neue Mittelstand in den Schwellenländern – ein bedeutender Wachstumsmotor

Bis 2020 werden etwa 1,3 Milliarden Menschen in den Schwellenländern ihr jährliches Haushaltseinkommen auf mehr als 5.000 US-Dollar steigern können und somit über ein Einkommen verfügen, dass deutlich über dem Existenzminimum liegt. Es wird geschätzt, dass von diesem neuen Mittelstand etwa 10 Billionen US-Dollar zusätzlich in den Konsum fließen. Diese riesige Nachfrage bietet große Chancen für die leistungsfähige deutsche Konsumgüterindustrie. Mit dem Exportgut Wissen können in den Schwellenländern zwei Billionen US-Dollar an zusätzlichen Umsätzen generiert werden – deutsche Experten für die Berufsausbildung in Industrie und Handwerk sowie Lehrkräfte aus der Wissenschaft haben gute Chancen, ihre erfolgreichen Lehrmethoden in diese aufstrebenden Länder zu exportieren.

Globale Wachstumsmärkte: gute Chancen für die deutsche Wirtschaft

Die gesteigerte Nachfrage nach effizienten und umweltschonenden Technologien beläuft sich auf etwa drei Billionen US-Dollar. Deutsche Unternehmen und wissenschaftliche Institute entwickeln bereits heute engagiert und erfolgreich grüne Technologien haben somit gute Chancen auf diesem Wachstumsmarkt. Die deutsche Biotech-Branche betreibt Medizinforschung auf höchstem Niveau und entwickelt innovative Produkte für die Gesundheitsversorgung der alternden Bevölkerung in den reichen Industrienationen – gute Erfolgsaussichten auf einem Wachstumsmarkt von vier Billionen US-Dollar. Einer, der diesen Trend schon früh erkannt hat, ist beispielsweise der Finanzexperte Christian Angermayer, er war nämlich bereits vor 14 Jahren an der Gründung eines Biotech-Unternehmens beteiligt, das sich auf die Aids-Forschung spezialisiert hat.
Durch Kriege, Terroranschläge und steigende soziale Spannungen entsteht weltweit ein gesteigertes Bedürfnis nach Sicherheitstechnologien, beispielsweise über den europäischen Rüstungskonzern EADS kann Deutschland an diesem auf eine Billion US-Dollar geschätzten Sicherheitsmarkt partizipieren. Der Investitionsbedarf der westlichen Industrienationen bei der Instandsetzung und beim Ausbau ihrer Energie- und Verkehrsnetze wird auf eine Billion US-Dollar geschätzt – deutsche Firmen sind auf diesem Sektor besonders wegen ihrer Maschinenkompetenz heute schon erfolgreich. Für verbesserte Produkte, die den Komfort und die Lebensqualität steigern, wird die wohlhabende Bevölkerung bis 2020 etwa fünf Billionen US-Dollar zusätzlich ausgeben – die deutsche Wirtschaft wird mit ihren hochwertigen Konsumgütern an dieser dynamischen Entwicklung teilhaben. Lediglich bei der Entwicklung von High-Tech Produkten der Nano- und Biotechnologie, der künstlichen Intelligenz und Robotik sowie von “Killer-Applikationen”, wie die von Google oder Facebook, wird die deutsche Wirtschaft und Forschung wohl keine so große Rolle spielen – dieser Zukunftsmarkt wird auf eine Billion US-Dollar geschätzt.

Wirtschaftlicher Erfolg braucht Bildung, Forschung und Entwicklung

Deutsches Know-how ist auf den zukünftigen Wachstumsmärkten sehr gefragt und weiter auf dem Vormarsch. Damit das auch über das Jahr 2020 hinaus so bleibt, muss verstärkt in Bildung und Forschung investiert werden – nur so kann der Wirtschaftsstandort Deutschland auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.

Bildcredit: Alexander Raths – Fotolia

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