Der Flughafen BER – ein Finanzloch in der Berliner Wirtschaft

Es ist ein Thema, über das die schlechten Nachrichten nicht abreißen und jeden Tag kommen neue Änderungen, Angaben und Versprechungen an die Öffentlichkeit. Die Rede ist von dem berühmten Großflughafen BER, der einst ein Aushängeschild für die deutsche Hauptstadt werden sollte. Aus dem prestigeträchtigen Flughafen wurde eine Lachnummer. Eine Lachnummer, die gerade aus finanzieller Sicht ein Fass ohne Boden zu sein scheint.

Die Kosten steigen ins Unermessliche

Der ursprüngliche Plan der Finanzierung für den sogenannten BER war gut durchdacht. Mit einer Gesamtinvestition in Höhe von höchstens 2,8 Milliarden Euro haben die Verantwortlichen gerechnet und diese Finanzierung durch einen Plan abgedeckt, der sich aus drei verschiedenen Teilen zusammensetzt. Diese Planung war jedoch utopisch, wie sich nun immer mehr zeigt. Schon im Jahre 2010, als es zur ersten Verschiebung des Eröffnungstermins kam, waren die Planungskosten mit Blick auf die Zukunft bereits überschritten. Im Jahre 2012 kam es zu einer Heraufsetzung der geplanten Kosten auf einen Gesamtbetrag von mindestens 4,5 Milliarden Euro und bisher ist ein Ende nicht in Sicht. Mit dem Bau des Flughafens haben sich die Länder Berlin und Brandenburg eine Finanzkrise erschaffen, die ihnen aus den Fingern zu gleiten droht.

Die Betroffenen sind die kleinen Unternehmen

Die Verzögerung der Fertigstellung sowie die gesamten bekannt gewordenen Baumängel sind nicht nur peinlich für die Verantwortlichen, sondern bedeuten für kleine und auch größere Unternehmen erhebliche Verluste bis hin zur Insolvenz. Der BER war für viele Unternehmen eine Chance, die sie sich nicht entgehen lassen wollten. Es folgten Verträge für Geschäfte, die im Flughafen Flächen mieten wollten. Kleine und große Fluggesellschaften setzten zusätzliche Flüge an. Mit der Verschiebung der Eröffnung entstanden für diese Unternehmen hohe Kosten, die nun ebenfalls durch den Flughafen aufgefangen werden sollen. Ein weiterer Betrag auf einer schier endlosen Rechnung.

Der Geldhahn wird nicht zugedreht

Mit Arbeitsbeginn des neuen BER-Flughafen-Chefs Hartmut Mehdorn wurde auch ein zusätzlicher Posten auf der Flughafenrechnung der Öffentlichkeit präsentiert. Damit der Flughafen Tegel den Ausfall des BER abfangen kann, sollen hier Renovierungsarbeiten in Höhe von 20 Millionen Euro durchgeführt werden. Da erscheinen die Sonderreinigungen des BER-Geländes mit einem Betrag von 40.000 Euro echte Peanuts zu sein, die sich jedoch läppern und die Verschwendung weiter vorantreiben.

Foto: moonrun – Fotolia

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